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Alkoholsuchttest

Der Film Rückfälle

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Rückfälle
Fernsehfilm des WDR
 
 
Hinweis:
Handlungsablauf in Fettschrift
Kommentare in Normalschrift
 
 
 
Manfred, ein Alkoholiker, zurzeit in Therapie, ist zu seinem Geburtstag zu Hause bei seiner Frau Eva in der gemeinsamen, soeben neu bezogenen Wohnung. Seine Mutter und seine Schwiegereltern sind zu Besuch. Die Angeberei seines Schwiegervaters nervt Manfred, er geht in die Küche, um Weinflaschen für die Gäste zu öffnen.
 
Der Alkoholiker darf nicht damit rechnen, dass sich die Welt um ihn herum zum Guten verändert, nur, weil er nicht mehr trinkt. Ein nervender Schwiegervater bleibt ein nervender Schwiegervater, und ist nüchtern vielleicht sogar noch anstrengender.
Alkoholische Getränke sollte ein trockener Alkoholiker, zumindest am Anfang seiner abstinenten Zeit, auf gar keinen Fall in seiner Wohnung haben, auch, wenn die Gäste das nicht verstehen. In einer fremden Wohnung kann der Alkoholiker die Party verlassen, falls Suchtdruck auftritt, zu Hause besteht diese Möglichkeit so nicht.
 
 
Zurück in der Suchtklinik, verlässt Manfred während eines Rollenspiels den Raum, weil er darin keinen Sinn sieht. Der Psychologe versucht, ihn zurückzuhalten.
 
Wer eine Therapie macht, muss sich auch darauf einlassen, sonst kann man ihm nicht helfen. Wer keinen Sinn in einzelnen Maßnahmen sieht, sollte trotzdem daran teilnehmen und bedenken, dass die Abläufe in jahrelanger Arbeit von Fachleuten entwickelt und weiterentwickelt wurden.
Durch seine Besserwisserei legt Manfred bereits hier einen der Grundsteine für sein Scheitern, natürlich ohne sich dessen bewusst zu sein.
 
 
Nach Abschluss der Therapie wieder zu Hause, kann Eva sich nicht gleich sexuell auf Manfred einlassen. Er vermutet sogleich einen anderen Mann dahinter.
 
Dieses Verhalten ist durchaus typisch. Der Alkoholiker sucht Fehler bei anderen, statt bei sich selbst.
 
 
Manfred besucht seine Mutter, die ihm eine Flasche Bier anbietet, weil er ja jetzt wieder gesund sei. Manfred lehnt ab, mit dem Hinweis, er sei nicht gesund. Seine Mutter versteht das nicht.
 
Der trockene Alkoholiker muss immer damit rechnen, dass andere nicht oder nur schwer nachvollziehen können, warum er den Umgang mit Alkohol nicht beherrscht. Wie soll, zum Beispiel, jemand verstehen, wie sich ein Stromschlag anfühlt, der nie selber einen erlebt hat?
 
 
Manfred geht in eine Kneipe, zieht sich aber nach einem inneren Kampf nur Zigaretten. Er schleicht sich in ein Bürogebäude, zu seinem ehemaligen Arbeitsplatz. Sein früherer Kollege ertappt ihn dort, die beiden gehen in eine Kneipe. Manfred trinkt nichts, und versucht seinem ehemaligem Kollegen zu erklären, dass dieser auch ein Alkoholproblem habe. Der will das nicht hören, lässt genervt sein Bier stehen und flüchtet aus der Kneipe.
 
Wer als trockener Alkoholiker in eine Kneipe geht, obwohl er dort einen inneren Kampf mit seiner Sucht ausführt, macht es sich unnötig schwer.
Wer seine Kollegen und sonstige Mitmenschen von deren vermeintlicher oder tatsächlicher Alkoholabhängigkeit heilen will, macht sich unbeliebt. Der trockene Alkoholiker muss auf sich selbst achten, nicht auf andere. Denen kann er höchstens dann helfen, wenn diese sich von selbst an ihm wenden.
 
 
Wieder zu Hause, erzählt Manfred seiner Frau von seinem Kneipenbesuch. Eva verfällt in Panik, und will kontrollieren, ob er eine Alkoholfahne hat. Manfred fühlt sich daraufhin missverstanden und gedemütigt.
 
Warum wundert sich Manfred über Misstrauen dieser Art? Er hat in der Vergangenheit unzählige Lügengeschichten erzählt und Versprechen gebrochen, da sollte er jetzt wenigstens ein bisschen Verständnis dafür aufbringen, dass ihm nicht mehr alles vorbehaltlos geglaubt wird. Er muss sich das Vertrauen Stück für Stück neu erarbeiten. Er hat schließlich in der Vergangenheit, über lange Zeit, dieses Vertrauen missbraucht und verspielt.
 
 
Manfred spricht bei der Gewerkschaft vor, weil ihm vor der Therapie sein Arbeitsplatz gekündigt wurde. Der Sachbearbeiter behandelt ihn von oben herab, und sagt ihm, wer säuft, sei selber Schuld, wenn er seinen Arbeitsplatz verliert.
Manfred geht daraufhin in ein Cafe, und bestellt sich dort, nach einigem Zögern, einen doppelten Weinbrand.
 
Natürlich ist es bitter, auf diese Art und Weise behandelt zu werden. Mit einem doppelten Weinbrand ist das Problem allerdings nicht gelöst. Der trockene Alkoholiker hat sich soeben noch ein zusätzliches Problem aufgehalst, ohne es zu merken: Er ist rückfällig geworden. Das Trügerische daran ist, dass er zunächst sogar kontrolliert getrunken hat, und sich somit in Sicherheit wiegt, auch in Zukunft kontrolliert trinken zu können. Dieser Weg führt nur in eine Richtung: nach unten.
 
GENAU AN DIESER STELLE BEGEHT MANFRED DEN GRÖSSTEN FEHLER, DEN EIN TROCKENER ALKOHOLIKER IN BEZUG AUF SEINE ABHÄNGIGKEITSERKRANKUNG ÜBERHAUPT BEGEHEN KANN: ER LÄSST SICH VON DER INNEREN STIMME SEINER SUCHT DAZU ÜBERREDEN, ES MIT KONTROLLIERTEM ALKOHOLTRINKEN ZU VERSUCHEN! EIN ALKOHOLIKER KANN NICHT KONTROLLIERT ALKOHOL TRINKEN, OHNE INNERHALB WENIGER TAGE DIE KONTROLLE WIEDER ZU VERLIEREN! DER WEITERE VERLAUF DES FILMES ZEIGT DAS SEHR DEUTLICH, UND ZWAR OHNE ÜBERTREIBUNG!
 
 
Manfred besucht mit Eva seine Schwiegereltern, und fragt seinen Schwiegervater nach einem Job. Der nimmt ihn daraufhin zu einem Vorstellungsgespräch mit, offensichtlich in der Firma, in der er selber tätig ist. Dort wird Manfred allenfalls eine unterbezahlte Stelle angeboten. Er lässt sich darauf nicht ein, und verlässt beleidigt das Büro. Er sucht die nächst beste Kneipe auf, und betäubt seine Niederlage und seine Enttäuschung mit Alkohol. Er nimmt noch zwei Flaschen Bier mit, die er zu Hause im Wohnzimmerschrank versteckt.
 
Wer erwartet, dass er als Abstinenzler keine Ungerechtigkeiten mehr erlebt, den wird das Leben schon bald eines Besseren belehren. Bei dieser zweiten Niederlage reicht ein doppelter Weinbrand schon nicht mehr aus, obwohl die Kontrolle noch nicht ganz verloren gegangen ist. Dadurch fühlt sich der rückfällig gewordene Alkoholiker zunächst noch sicherer, er hat alles im Griff, glaubt er. Wirklich im Griff hat er zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Flaschen Bier, aber auch nur physisch. Psychisch haben zwei Flaschen Bier ihn im Griff, die Gedanken kreisen bereits wieder um die Sucht, das Wichtigste ist es, ein sicheres Versteck für den Stoff zu finden.
 
 
Eva kommt von der Arbeit heim, und fragt Manfred, ob er nichts zum Abendessen vorbereitet habe. Manfred antwortet, sie könnten ja auswärts essen gehen. Eva stellt fest, dass das dann schon das dritte Mal in der Woche wäre, und dass sie dafür kein Geld haben. Manfred wird wütend, und brüllt, dass sie sich die neue Wohnung auch nicht leisten können. Er läuft ins Wohnzimmer, und bedient sich aus der Schnapsflasche, die dort im Barfach steht. Eva läuft hinterher, und ist entsetzt. Sie glaubt seinen Versprechungen nicht, dass er nur ein Glas trinkt. Manfred verlässt beleidigt die Wohnung, weil seine Frau ihm nicht vertraut. Eva stürmt hinterher, will ihn aufhalten, doch Manfred versteckt sich draußen, und verschwindet in einem Stadtpark. Er kämpft eine Weile mit sich selbst, dann kauft er sich schließlich doch eine Flasche Schnaps, trinkt einen Schluck, und zerschlägt angewidert die Flasche.
 
Die Sucht sucht sich ihren Weg, dieses Mal über einen Streit. Die finanziellen Probleme zu lösen ist nicht einfach, da ist es bedeutend leichter, die Sorgen mit Alkohol zu bekämpfen. Dadurch wird allerdings grundsätzlich überhaupt kein Problem gelöst, es wird nur vorübergehend aus dem Bewusstsein verdrängt. Besser wird dadurch nichts, es kommt kein bisschen mehr Geld aufs Konto.
Die Sucht verlangt mehr Alkohol, und sorgt dafür, dass die Lage eskaliert. Schuld ist in Manfreds Augen natürlich seine Frau, die mit ihren Argumenten zwar vollkommen ins Schwarze trifft, aber der Alkoholiker hat für sich einen Grund zusammengebastelt, um das Haus zu verlassen, und wieder zu trinken.
Draußen fühlt er sich unheimlich clever, weil es ihm gelingt, seine Frau auszutricksen. Aber der Schuss geht letztendlich nach hinten los, weil er durch sein vermeintlich kontrolliertes Trinken schon längst nicht mehr trocken ist, folgt bald der nächste Rückfall. Zwar zerschlägt er die Flasche, aber er ist bereits wieder fest in den Fängen seiner Alkoholsucht.
 
 
Eva läuft ratlos zu Manfreds Mutter, die allerdings auch keine Hilfe ist.
Manfred wird völlig betrunken aus einer Kneipe hinausgeworfen, und geht einen Tag später, immer noch nicht richtig nüchtern, zu seiner Suchthelferin, fragt dort nach einer neuen Therapie. Die Suchthelferin versucht ihm klarzumachen, dass dieses Vorhaben wohl aussichtslos ist. Manfred fühlt sich hilflos und alleine gelassen. Er berichtet, dass er schon eine Woche auf Sauftour ist, und zwischendurch noch zu Hause die Haushaltskasse entwendet hat. Es spricht davon, sich umbringen zu wollen.
 
In der letzten Therapie konnte Manfred nicht geholfen werden, weil er sich dagegen gesperrt und den Raum verlassen hat. Er glaubt offensichtlich, eine Suchterkrankung wird sozusagen vom Therapeuten geheilt. Tatsache ist, dass niemand eine Suchterkrankung heilen kann. Ein Therapeut kann dem Alkoholiker wesentliche Hilfe dabei leisten, einen Weg aus der Sucht zu finden, den Weg gehen muss der Suchtkranke aber selber. Man kommt niemals geheilt aus einer Alkoholtherapie, sondern erlernt dort die richtigen Verhaltensweisen. Wenn man nicht den Raum verlässt. Man muss nicht alles verstehen, was in einer Therapie stattfindet, aber man sollte darauf vertrauen, dass es einen Sinn hat, und dass lange Erfahrungen von Fachleuten dahinter stecken. Man muss ja auch nicht unbedingt wissen, wie aus Benzin eine Antriebsbewegung am Rad wird, um Auto fahren zu können.
Ernsthafte Selbstmordgedanken sind bei Alkoholikern nicht selten anzutreffen, weil die eigene Lage als aussichtslos empfunden wird.
 
 
Manfred zieht weiter durch die Kneipen. Zu später Stunde, als die letzte Gaststätte schließt, geht er, inzwischen wieder völlig betrunken, nach Hause. Er will die Flasche Schnaps aus dem Barfach im Wohnzimmer holen, das Fach hat Eva jedoch abgeschlossen. Er fängt an, völlig wild zu toben, und versucht, das Barfach aufzubrechen. Als ihm dies nicht gelingt, zertrümmert er die Wohnzimmereinrichtung. Eva, die bereits im Bett lag, steht auf, und fleht ihn an, damit aufzuhören. Als er darauf nicht reagiert, versucht Eva, ihn festzuhalten. Daraufhin beschimpft er sie als Miststück, und schlägt ihr mehrmals äußerst brutal mit der Faust ins Gesicht. Irgendwann treffen, durch Nachbarn alarmiert, Polizei und Rettungsdienst ein. Manfred wird in eine Entgiftungsstation gebracht, und mit Medikamente ruhig gestellt.
 
Das Barfach lässt sich nicht öffnen, und die Wut richtet sich gegen Eva, die es verschlossen hat. Das ist typisches Alkoholikerverhalten, er fühlt sich bevormundet und nimmt das nicht hin. Leider neigen einige Trinker im Alkoholrausch auch zu Gewalt, was natürlich überhaupt nicht zu Entschuldigen ist. Spätestens an diesem Punkt sollte jeder Angehörige, schon um sich selber zu schützen, den Kontakt zum Alkoholiker vollständig abbrechen und diesen in Zukunft nur noch sich selbst überlassen. Jedenfalls solange dieser es nicht schafft, von seiner Trunksucht loszukommen.
 
 
Als Manfred auf der Entgiftungsstation aufwacht, ist seine Mutter dort. Er kann sich an nichts erinnern, fragt, warum Eva nicht da sei. Seine Mutter weicht seinen Fragen aus, redet von Meinungsverschiedenheiten, und dass er besser schon vorher in Evas Scheidungswunsch eingewilligt hätte.
 
In den Augen der Mutter ist natürlich nicht ihr Sohn, sondern dessen Frau Schuld an dem Desaster. Mit diesem Verhalten schadet sie Manfred allerdings mehr, als dass sie ihm hilft, denn so braucht er noch länger, um sich über seine Lage klar zu werden.
 
 
Manfred kommt nach Hause und sieht, voller Entsetzen, das zertrümmerte Wohnzimmer. Er entdeckt die beiden heil gebliebenen Bierflaschen, die er von seinem Kneipenbesuch mitgebracht hatte, und zerschlägt diese verzweifelt im Spülbecken.
 
Das ist ein böses Erwachen, und ein Grund, auf Alkohol in Zukunft zu verzichten. Das zerschlagen der Bierflaschen ist ein verzweifelter Versuch, mit dem Trinken aufzuhören.
 
 
Manfred sucht Evas Arbeitsstelle auf und erfährt dort, dass seine Frau wohl krankgeschrieben ist. Er geht zu seinen Schwiegereltern, dort öffnet ihm aber niemand. Daraufhin sucht er seine Suchthelferin auf und klagt, dass er nicht wisse, was mit Eva sei.
Die Suchthelferin erkennt, dass Manfreds Mutter keine Hilfe ist.
Manfred erzählt, wie er damals betrunken seinen Vorgesetzten beschimpft und dadurch seinen Arbeitsplatz verloren hat. Er hat den Eindruck, dass die Suchthelferin keine Hilfe für ihn ist, und verlässt den Raum.
 
Leider versteht Manfred immer noch nicht, dass nicht andere, sondern er selber die Fehler macht, die zu seinem sozialen Abstieg führen. Deshalb verlässt er wieder mal den Raum, statt Hilfe anzunehmen.
 
 
Manfred kommt mit zwei Flaschen Schnaps nach Hause, und betrachtet sich im Spiegel. Aus der ersten Flasche trinkt er einen Schluck, und gießt dann den Rest, sich selbst verachtend, in eine Vase mit Blumen. Er ruft seine Schwiegereltern an, und fragt nach Eva. Sein Schwiegervater legt sofort auf. Manfred trinkt daraufhin wütend die zweite Flasche leer, und legt sich anschließend ins Bett.
 
Wieder wird eine Niederlage mit Alkohol bekämpft. Der Blick in den Spiegel zeigt Manfred, was aus ihm geworden ist, aber er registriert es nicht richtig, sondern trinkt weiter.
 
 
Manfreds Mutter steht im Treppenhaus vor der Wohnungstür und klopft. Er wird wach, und sucht voller Panik nach Alkohol. Seine Mutter redet auf ihn ein, er kann es nicht ertragen, wirft eine leere Flasche gegen die Wohnungstür. Daraufhin verstummt seine Mutter, und verlässt das Haus. Manfred erinnert sich an die Blumenvase, wirft die Blumen auf den Boden, und trinkt aus der Vase. Er beobachtet sich selbst angewidert im Spiegel.
 
Alle Gedanken kreisen um den Alkohol, alles andere ist unwichtig. Der Blick in den Spiegel zeigt Manfred erneut jemanden, der er nicht sein will. Die Sucht hat ihn fest im Griff.
 
 
Manfred verlässt die Wohnung. Im Treppenhaus überreicht ihm der Postbote einen Brief vom Amtsgericht. Manfred geht zu seiner Suchthelferin und gibt dieser den Brief, weil er sich nicht traut, den Umschlag zu öffnen. Das Schreiben kommt von Evas Anwalt, sie hat die Scheidung eingereicht.
 
Das kann Manfred sich nicht erklären, obwohl er doch kürzlich noch in den Spiegel geschaut hat.
 
 
Manfred sucht Evas Anwalt auf. Er äußert den Verdacht, dass Eva einen anderen Mann kennen gelernt hat. In dem Brief stehe zwar, dass er seine Frau geschlagen habe, aber ihm sei höchstens mal die Hand ausgerutscht. Als der Anwalt ihm ein Foto vorlegt, auf dem zu sehen ist, wie Manfred seine Frau im Alkoholrausch zugerichtet hat, verlässt er entsetzt die Kanzlei, und sucht die nächst beste Kneipe auf.
 
Immer noch sucht Manfred die Schuld bei anderen, was typisch für Alkoholiker ist. Nachdem er die Wahrheit erfährt, betäubt er seinen Kummer mit Alkohol, was auch typisch ist.
 
 
Manfred, inzwischen wieder völlig betrunken, wird in einer Kneipe von seiner Mutter aufgefunden. Er schubst sie weg, verlässt die Kneipe, und findet anhand eines Telefonbucheintrages die private Adresse seiner Suchthelferin. Diese sucht er auf. Die Mitbewohnerin der Suchthelferin kommt nach Hause, und ruft die Polizei. Manfred wird von den Beamten mitgenommen. Die Suchthelferin teilt den Polizisten mit, dass Manfred selbstmordgefährdet sei.
 
Manfred ist ziemlich weit unten, und er weiß das. An so einem Punkt müssen die meisten Alkoholiker angekommen sein, damit sie erkennen, dass sie auf Alkohol in Zukunft besser verzichten sollten.
 
 
Manfred, der wieder bei seiner Mutter eingezogen ist, hat sich dort seit drei Tagen in einem Zimmer eingeschlossen, und versucht einen Entzug. Er öffnet auch dem Arzt nicht, dieser erkennt jedoch, dass ein Delirium droht, und eilt los, um Hilfe zu holen. Manfreds Mutter verlässt, voller Panik, ebenfalls die Wohnung, um Alkohol zu holen, in der Vermutung, dass sie damit helfen kann. Manfred verlässt nun das Zimmer, und sucht panisch etwas zu trinken. Im Badezimmer findet er schließlich irgendein Reinigungs- oder Kosmetisches Produkt, welches anscheinend Alkohol enthält. Er trinkt einen Schluck, sein Magen wehrt sich gegen den vergällten Stoff.
 
Ein Entzug kann tatsächlich lebensgefährlich sein, wenn er ohne fachmännische Hilfe durchgeführt wird. In der Verzweiflung trinken stark abhängige Alkoholiker alles, was Alkohol enthält.
 
 
Manfred schließt sich wieder in das Zimmer ein und schafft es, die ungenießbare Flüssigkeit auszutrinken, woraufhin sein Körper sich beruhigt. Die Feuerwehr trifft ein, und bricht die Tür auf. Jedoch lässt Manfred sich, als er dies bemerkt, rückwärts aus dem Fenster fallen. Seine Mutter ist ebenfalls zurück, und begreift die Situation nicht.
Der Rettungswagen, mit dem Manfred wegtransportiert wird, fährt ohne Blaulicht los. Das lässt den Schluss zu, dass Manfreds Lebensweg hier zu Ende ist.
 
Manfred hat einen schlechten Ausweg gewählt, nämlich den aus dem Fenster. Er hat sich während der Therapie nicht helfen lassen, hat die Schuld für sein Scheitern permanent bei anderen gesucht, hat sich seinen Problemen nicht gestellt, und er hat versucht, kontrolliert zu trinken. Durch dieses Verhalten hat er sich selber ins Verderben manövriert. Das klingt hart, ist aber leider die Wahrheit.
 
Es ist nicht einfach für einen Süchtigen, mit dem Alkoholtrinken aufzuhören, es ist aber möglich. Tausende trockene Alkoholiker haben es vorgemacht. Wer es nicht alleine schafft, ist nicht alleine. Es gibt professionelle Hilfe, der Alkoholiker muss diese aber auch annehmen, und darauf vertrauen, dass die Fachleute sich besser mit Suchterkrankungen auskennen, als er selber. Was nicht oft genug gesagt werden kann: Kontrolliertes Alkoholtrinken ist für einen Alkoholiker nicht möglich!


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